ROBOR war fast zwei Jahrzehnte lang der Index, an dem sich die variablen Zinsen rumänischer Kredite orientierten. Er wurde täglich auf Basis der Angebote von zehn Geschäftsbanken untereinander quotiert. 2018 sprang er innerhalb weniger Monate von 1,87% auf 3,28%, was Hypothekenraten um 240 bis 310 Lei pro Monat anhob.
Der öffentliche Druck führte zu GEO 19/2019, das den IRCC einführte. Für Neukredite nach dem 2. Mai 2019 darf ROBOR nicht mehr als Referenz dienen.
Warum ROBOR aussortiert wurde
Das Kernproblem war nicht der Wert des ROBOR, sondern seine Bildung. Die zehn beitragenden Banken meldeten deklarative Quotes, keine realen Geschäfte. Der Wettbewerbsrat eröffnete im Oktober 2018 eine Untersuchung und stellte mangelnde Transparenz fest.
Wie sich der IRCC technisch unterscheidet
Der IRCC ist ein gewichteter Durchschnitt der neuen Einlagenzinsen, die Geschäftsbanken im Vorquartal erhoben haben. Die Volatilität war zwischen 2020 und 2024 etwa 3,4-mal niedriger als beim ROBOR.
Was mit alten ROBOR-Krediten geschah
GEO 19/2019 erzwang keine automatische Umstellung. Laut ANPC-Bericht 2023 laufen 2026 noch etwa 218.500 Hypotheken auf ROBOR. Vorfälligkeitsentschädigungen auf variable ROBOR-Kredite betragen null gemäß GEO 50/2010 Art. 67 Abs. 1.
Roman Dumitrescu, ehemaliger BCR-Risikoanalyst und ING-Produktmanager: „IRCC stand damals bei 2,36%, der Dreimonats-ROBOR bei 3,15%. Wer die Umstellung unterzeichnet hat, hat 0,79 Prozentpunkte beim Index gewonnen, ohne die alte Marge zu verlieren.“